Umfrage: Deutsche ahnungslos über den Dispozins ihrer Bank

Unisex-Tarife 2013In einer Umfrage der FORSA im Auftrag des Kreditvergleichportals Smava unter deutschen Bankkunden konnte fast die Hälfte ihren Dispozins nicht nennen. Vor allem junge Menschen wussten demnach über die Höhe ihres Dispo-Zinssatzes nicht Bescheid. Vermutlich zahlen Tausende Deutsche ungewollt viel höhere Zinsen als eigentlich nötig. Das kann fatale Konsequenzen haben und in die Schuldenspirale führen.

Junge Geringverdiener schlecht informiert

Unter den 1000 Kreditnehmern, die FORSA befragte, kannten 42 Prozent ihren Dispozinssatz nicht, davon waren 53 Prozent im Alter zwischen 18 und 39 Jahren. Ebenso zeigte sich, dass es vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen unter 1.500 Euro sind, die dem Dispozins offenbar keine große Beachtung schenkten. Von ihnen konnten 50 Prozent den Zins ihrer Bank nicht nennen. Ein Grund könnte sein, dass viele junge Menschen gar nicht wissen, was ein Dispokredit eigentlich ist: Ein sogenannter Dispositionskredit wird bei jeder Kontoüberziehung in Anspruch genommen. Banken gewähren diesen „Dispo“ meist automatisch, zum Beispiel, wenn das Kundenkonto über einen längeren Zeitraum regelmäßige Geldeingänge aufweist. Ein Dispozins wird demnach immer fällig, wenn das Konto überzogen ist. Über die Dispokredite und -zinsen für die privaten Girokonten entscheiden Banken und andere Finanzinstitute selbst. Ist das Konto in den roten Zahlen, bewegt es sich also automatisch im Kreditrahmen und der festgelegte Dispozins muss gedeckt werden.

Die Kritik der Verbraucherschützer: Banken müssen besser informieren

Vor allem junge Erwachsene können dadurch schnell in eine Schuldenspirale geraten. Verbraucherschützer bemängeln seit langem die schlechte Informationspolitik seitens der Banken und die extrem hohen Zinssätze – bisher jedoch ergebnislos. Trotz des Nullzinses der Europäischen Zentralbank, die die europäischen Geldinstitute mit Geld versorgt, liegt der Dispozins einer Bank bei bis zu 20 Prozent. Laut einer Umfrage von Stiftung Warentest im Jahr 2016 liegen die Zinssätze im Schnitt bei 11 Prozent. Zumeist ist für den Kunden die Zinshöhe bei seiner Bank jedoch nicht direkt einsehbar.

Raus aus der Schuldenfalle: Warum ein Kleinkredit oft die beste Lösung ist

Verbraucherschützer raten deshalb zu einer Umschuldung, diese gestalte sich viel schneller und unkomplizierter als von vielen Kunden erwartet. Bei einem Kleinkredit zahlt der Verbraucher nur 0,99 Prozent Zinsen über einen Zeitraum von 36 Monaten statt monatlich 10 Prozent, wenn er sich im Dispo-Rahmen aufhält. Ist ein Bankkunde demnach ein halbes Jahr lang mit 1.500 Euro im Dispo und zahlt jeden Monat 12 Prozent Dispozins, dann belaufen sich die Zinskosten nach sechs Monaten auf 90 Euro.

Mit einem Sofortkredit von 1.500 Euro kann der Kunde aber aus den roten Zahlen heraus und spart kräftig: Bei einer Laufzeit von 36 Monaten und einem Zinssatz von 0,99 Prozent zahlt er insgesamt nur 22,90 Euro an Zinsen und spart 61,10 Euro im Vergleich zum Dispo. „Je größer die Differenz beim Zinssatz zwischen dem Dispokredit und der Umschuldung, desto höher die Ersparnisse für den Kreditnehmer. Auch bei kleinen Summen lohnt es sich“, erklärt Finanzexperte Timm Wege vom Kreditvergleichsportal Smava. Verbraucher könnten dadurch signifikant sparen und sich zudem der Schuldenspirale entziehen.